Archiv für März 2015

Drohungen gegen Gegenproteste

Im Zuge der Vorbereitungen der Gegenaktivitäten zum Naziaufmarsch, kam es im Laufe der letzten Woche zu zwei massiven Drohungen gegen die antifaschistische Szene in Gotha, sowie die Teilnehmer_innen der Gegenaktivitäten am 18. April.

Am 22. März wurde der AAGTH anonym eine E-Mail mit der Drohung zugesandt das wir “alle verrecken und ruhig gestellt werden”. Die Adressen der betroffenen Menschen sind “bekannt und werden aufgesucht”. Die Kampagne “Welcome to Gotha” bekam auf ihrem Blog 2 Tage später folgende Nachricht zugesandt: “Versucht zu stören und ihr werdet leiden. Diesmal wird es ein hartes Programm für euch geben. Einige bewaffnete Ordner werden euch begleiten und entschärfen. Ihr wollt stress? Ihr bekommt in die Fresse ihr Juden!”

Trotz der Tatsache das bei Nazis der Mund oft stärker als die Hand ist, nehmen wir die Drohung ernst und wollen hiermit die betroffenen Menschen warnen, und Ihnen gleichzeitig unsere Hilfe anbieten. Das ist eine offene Gewalterklärung an alle Menschen, die sich für eine befreite Gesellschaft fernab von Faschismus, Nazismus, Sexismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus, einsetzen. Wir werden uns davon nicht einschüchtern lassen!

Organisiert Euch und bildet Bezugsgruppen.
Wir sehen uns in unserem Handeln bestärkt und werden uns von derartigen Drohungen nicht “ruhig stellen” lassen!

Antifaschistischen Selbstschutz organisieren!

Weitere Drohungen und Informationen können an aagth@riseup.net gesendet werden.

Wieder Demo in Browntown (Ohrdruf bei Gotha)

Zum 21.März hatten die Nazis um das „Bündnis Zukunft Landkreis Gotha“ (BZLG) zu einer Demonstration aufgerufen. Hierfür hatten sie eine rhetorisch besonders anspruchsvolle Perle vorbereitet. In Flugblättern erklärten sie, ihrer eigenen Muttersprache fremd, warum es wichtig ist gegen die geplante Unterkunft von Geflüchteten zu demonstrieren. Warum die bucklige Ohrdrufer Teutonenbande etwas gegen die Geflüchteten hat, begründeten sie ja schon mit „Weil wir die hier nicht brauchen“, und genau so versteht sich auch deren Aufruf. Keine Inhalte, keine Gründe, nur dumme Ressentiments und Rechtschreib- und Grammatikfehler. Apropos keine Inhalte, die selbe eben benannte Bande um das BZLG, welche zur Demonstration am 18.4. nach Gotha aufruft, hat sich gleich den Aufruf gespart. Da Rassismus nicht logisch verteidigt werden kann lassen sie es einfach gleich und gehen in die nächste Phase über, stumpfer Populismus gegen alles vermeintlich Fremde.
(mehr…)

Update 2

Nazis

Die Nazis mobilisieren intern über Facebook und verschiedene einschlägige Foren. Am Wochenende versuchten Mitglieder des „Bündnis Zukunft Landkreis Gotha“ in sozialen Netzwerken ihre Mobilisierung innerhalb der Stadt auszuweiten und bekamen reichlich Gegenwind. Daraufhin versuchten Zint und Brandau immer wieder zu beteuern das sie keine Nazis oder Rassisten sind. Eine ausführliche Recherche folgt die Tage. Mittlerweile haben sie ihre Route veröffentlicht welche auch die Tage in einer Aktionskarte hier veröffentlicht wird. Die Redner für ihre Demonstration stehen auch fest. Es werden Alexander Kurth (Die Rechte) sowie Tony Gentsch (3. Weg ) sowie zwei „freie“ Aktivisten aus Jena und Erfurt sprechen.

Gegenproteste

Innerhalb der Stadt wurden mehrere Kundgebungen angemeldet welche euch als Infopoints dienen sollen. Diese Infopoints werden kurz vorher auf einer Aktionskarte veröffentlicht. Der rest der Infostruktur wird auch kurz vorher bekannt gegeben. Das Infomaterial ist fast alle. Wer noch Infomaterial haben möchte sollte schnell Bestellen. Infoveranstaltungen sind wie folgt:

27.3. Arnstadt/P20/19Uhr im Rahmen des Antifatresen,
1.4. Weimar/Gerber3/vor dem Konzert mit XmomoX und Shitake,
9.4. Erfurt/Johannesstraße 151,
16.4. Gotha/Infoladen im Ju.w.e.l./19Uhr nach der VoKü

Let`s push things forward – Den Naziaufmarsch zum Desaster machen!

Updates

Die Mobilisierung ist in vollem Gange, falls ihr noch Moblisierungsmaterial benötigt schreibt uns. Auf Grund der hohen Nachfrage gibt es jetzt auch Aufkleber. Mit den Aufklebern Solidarisieren wir uns mit den Protesten gegen den Naziaufmarsch am 1.Mai in Saalfeld. Derzeit stehen auch ein paar Infoveranstaltungen. Hier die Termine:
27.3. Arnstadt/P20/19Uhr im Rahmen des Antifatresen,
1.4. Weimar/Gerber3/vor dem Konzert mit XmomoX und Shitake,
9.4. Erfurt/Ort folgt,
16.4. Gotha/Infoladen im Ju.w.e.l./19Uhr nach der VoKü

Rassistische Demonstration in Ohrdruf (Landkreis Gotha)

Am 05. März fand die erste Demonstration gegen die geplante Unterbringung von Geflüchteten in Ohrdruf statt. Momentan führen Stadt und Landrat Gespräche über die Unterbringung von bis zu 100 Menschen in einem ehemaligen Lehrlingswohnheim am Stadtrand.

Nachdem es um Ohrdruf die letzten Jahre recht ruhig war, reichte schon die Ankündigung einer Unterbringung von Geflüchteten, um einen kollektiven virtuellen Wutausbruch zu entfachen. Auf Facebook überschlagen sich die Ängste, der Hass, der Sozialneid und die verschiedenen praktischen Abwehrmöglichkeiten gegen die Mitmenschen die etwas weiter weg das Licht der Welt erblickt haben. Recht zügig schafften es die besorgten Ohrdrufer_innen ihre Menschenfeindlichkeit aus der virtuellen Welt auf die Straße zu übertragen.

Ab 19 Uhr versammelten sich so nach und nach etwa 80 bis max. 100 Menschen auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, um von dort aus einmal durch das Städtchen zu ziehen. Auf der Auftaktkundgebung gab es drei Redebeiträge. Die ersten zwei Redner stammten aus dem lokalen Rassistenreservoir von „Pro Ohrdruf“. Den beiden Reden lag ein gewisser verbaler Slapstick inne, das Publikum wusste trotzdem fast immer wann es empört JA oder NEIN rufen sollte. Aufgelockert wurden die holprigen Reden durch kollektives „Wir sind das Volk“ und „Lügenpresse“ Skandieren. Der dritte Redner war der NPDler David Köckert aus Greiz. Wer schon einmal das zweifelhafte Glück hatte dem Mitglied des NPD-Landesvorstands zu lauschen, kann beim nächsten Absatz weiterlesen. Für alle anderen: Der arme David wurde leider viel zu spät geboren. Sein Stil erinnert an die Altvorderen seines Schlages. Und irgendwie erwartet man instinktiv immer die Frage nach dem totalen Krieg im nächsten Satz entgegengebrüllt zu bekommen. Bei dem fehlt eigentlich nur noch das passende Outfit, braunes Hemd, so ne komische ausgebeulte Hose, die Stiefel, und die Sache wäre perfekt.

Einige Ohrdrufer_innen schreckte das aber nicht ab, und so formierte sich der Demonstrationszug der „rechten Zivilgesellschaft“. Die Demospitze bestand aus „Pro Ohrdrufern“ und Mitgliedern der Kameradschaft „Bündnis Zukunft Landkreis Gotha“. Mindestens ein Demo-Ordner war der Kameradschaft zuzurechnen. Ebenfalls mit dabei war Marco „die Krücke“ Zint aus Gotha, der altgediente Neonazi (aktiv seit den 90ern) und ehemalige HJ-Bewohner (Hausgemeinschaft Jonastal), ob er die ganze Demostrecke geschafft hat ist nicht bekannt.

Beendet wurde die Veranstaltung wieder am Marktplatz, und ebenso wie bei Sügida, gab es zum Abschluss eine open-mic-Session. Vergleichbar etwa mit dem Kommentarbereich bei Facebook, nur eben zum Hören. Hier gab es noch einen Gastbeitrag vom Arnstädter Pendant.

Die Zusammensetzung der Demo dürfte in etwa der Sügida-Zusammensetzung entsprechen. Ein hoher Nazi-Anteil, aber anstatt schwarzen oder schwarz-weiß-roten Fahnen eben mit Deutschlandfahne in der Hand (ist ja eh nah beieinander). Und eben diese merkwürdigen „besorgten Bürger“.

Einziger Lichtblick war der Störversuch während der Rede von David Köckert. Sollten es für den/die Unbekannte_n irgendwelche Konsequenzen geben (egal ob von den Ohrdrufer Ureinwohnern oder Polizei und Justiz), kann er oder sie sich gerne bei uns melden, und wir werden mit Rat und Tat aushelfen. Weiterhin stellen wir eine rückwirkende Mitgliedschaft in Aussicht, und damit verbunden die Auszahlung des vollen Stundenlohns + Sonderzulagen für herausragendes Engagement.

So wie die Stimmung vor Ort ist, wird das wohl nicht die letzte Aktion der Ohrdrufer Rassisten gewesen sein. Wir sind gespannt, wie viele „besorgte Bürger“ am 18. April, durch eine Teilnahme an der Nazidemo in Gotha, in die Kategorie „Neonazi“ umsortiert werden müssen. Die Demonstrationen gegen Flüchtlinge haben jetzt den Landkreis Gotha erreicht, um so wichtiger wird es sein am 18.4. Zeichen zu setzen.