Update zum Naziaufmarsch am 28.11. in Gotha

Am Samstag (28.11.) ist es soweit, die Nazis um das Bündnis Zukunft Landkreis Gotha, die Rechte und dem dritten Weg wollen sich das zweite mal dieses Jahr mit einem Naziaufmarsch in Gotha austoben. Seit dem letzten Aufmarsch am 18.4. diesen Jahres ist viel passiert. Eine kleine Zusammenfassung davon könnt ihr hier lesen. Des weiteren haben Nazis versucht eine Erstaufnahme in Gotha zu blockieren, einen Bericht könnt ihr hier Lesen. Worauf wir dieses mal wieder viel Wert legen und was am 18.4. auch zu Teilerfolgen geführt hat ist, eine gute Infrastruktur und gute Informationen um den Naziaufmarsch zu blockieren, sabotieren und zu stören. Deshalb haben wir einiges vorbereitet. Hier die Infos!

Die Nazis:
- Treffen sich um 14:00 Uhr auf dem Coburger Platz (5B)
- werden wohl ab 11:00 Uhr im Stadtbild present sein
- wollen gegen 15:00 Uhr vom Coburger Platz in richtung Innenstadt marschieren
- werden eine Zwischenkundgebung am Stadtbad abhalten (2F)
- werden auf dem Rückweg die Innenstadt schrammen (3F)
- werden am Coburger Platz ihre Abschlusskundgebung halten

Ziel ist es, dass Ziel der Nazis zu sabotieren. Deshalb wurde einiges von uns oder dem Bürgerbündnis vorbereitet.

Das Bürgerbündnis:
- mobilisiert für 11:00 Uhr zu verschiedenen Kundgebungen
- hat folgene Kundgebungen vorbereitet: Bahnhof (8K),Innenstadt (2H), Stadtbad (2F), Coburger Platz (5B)
- hat weitere Infopunkte vorbereitet Augustinerkloster (4G), Neumarkt (2H), mittlerer Hauptmarkt (3G)
- hat eine mobile Bühne vorbereitet

Wir konzentrieren uns auf ein dezentrales Konzept, deshalb haben wir für euch auch einiges an Infrastruktur auf die

Beine gestellt:

- Ticker: twitter.com/welcometogotha
- Hashtag: #gth2811
- Blog: welcometogotha.blogsport.de
- EA: 0157/31163724 (was ist ein EA?)
- Infotelefon: 0160/96418832
- Aktionmap: klick

Wir empfehlen:
- schon gegen 11:00 Uhr in der Stadt unterwegs zu sein
- warme Klamotten anzuziehen

Lasst uns gemeinsam den Naziaufmarsch zum Desaster machen!

Eine kleine Chronik

Hier ist eine kleine Chronik was seit dem 18.4., also unserer letzten Gegenmobilisierung, rund um den Landkreis-Gotha passiert ist.

Am 18. April marschierten etwa 250 Neonazis und Rassisten durch Gotha. Dank breitem Widerstand scheiterten sie beim Versuch in die Innenstadt zu gelangen.
Am 27. April zogen etwa 150 Thügida-Anhänger ungestört durch Ohrdruf. Der Protest beschränkte sich auf, mal mehr mal weniger, kluge Ansprachen, Bratwurst und Bier.
Am 1. Mai beteiligten sich zahlreiche organisierte Neonazis aus dem Landkreis Gotha an der gewaltsamen Demonstration des “III. Weg” in Saalfeld.
Am 3. Mai kam es zu einem Übergriff auf dem “Gothardusfest”. Ein “alternativer” Jugendlicher wurde schwer verletzt.
Am 13. Juli wurde ein 14-jähriger in Gotha rassistisch beleidigt und geschlagen. Das BZLG steht auf direkten NS-Bezug, und so werden am 17. August Bettlaken im Gedenken an Rudolf Hess im Stadtgebiet von Gotha verteilt.
Im August wird durch die Ohrdrufer Naziszene ihr Revier markiert, im gesamten Stadtgebiet werden rechte Graffittis gesprüht.
Am 20. August verscheucht die Polizei Leute aus dem Umfeld von “Pro Ohrduf” aus dem Rathaus.
Am 07. September werden 3 Gebäude angezündet. An der geplanten Unterkunft entstand ein Sachschaden von 300.000€.
Am 11. September brannte es in Gerstungen. Und in Waltershausen wurde rassistische Propaganda mittels Transparenten verbreitet.
Am 14. folgten 500 – 700 Nazis, Rassisten und Wutbürger der NPD durch Waltershausen. Der Gegenprotest war zwar weitgehend wirkungslos, aber schick anzusehen.
Am 16. gibt es die erste AfD-Demo in Erfurt. 1200 Leute, vom verbitterten Wendeverlierer bis zum militanten Neonazis, ziehen durch Erfurt.
Am 23. waren es dann schon 2500, mehrere Nazikleingruppen griffen Gegendemonstranten an, es gab mehrere Verletzte.
Am 28. wird in Arnstadt eine geplante Unterkunft unter Wasser gesetzt. Möbel, Tapete, Elektrik, Wäsche und Matratzen werden zerstört bzw. unbrauchbar gemacht. Hoher Sachschaden.
Am 30. knappe 4000 AfD-Lemminge, unter den 500 Gegendemonstranten erneut einige Verletzte. Dieses Mal auch im Fadenkreuz “Volksverräter” (Abgeordnete) und “Lügenpresse” (Journalisten).
Am 04. Oktober wird die Turnhalle von Friemar angezündet. 11 Menschen sind zu diesem Zeitpunkt dort untergebracht. Glücklicherweise keine Verletzten.
Am 07. gibt es die vierte AfD-Demo in Erfurt. Ca. 5000 Menschen beteiligen sich, etwa 1000 Gegendemonstranten und vereinzelter gegenseitiger Bewurf mit Pyro.
Am 09. wird in Gera eine geplante Unterkunft unter Wasser gesetzt. Hoher Sachschaden.
Am 10. marschieren 1000 Nazis und Rassisten durch Gera. “Mob und Elite Hand in Hand”? Im ganz kleinen Maßstab sieht das dann so aus: In Gräfenroda feiert die örtliche CDU ein rassistisches Transparent über der Ortseinfahrt.
Am 18. wird eine geplante Unterkunft in Frauenwald unter Wasser gesetzt und schwer beschädigt.
Am 21. 4500 Leute auf der AfD-Demo. 2500 auf der Gegendemo.
Am 24. folgten 170 Menschen dem Aufruf von “Die Rechte” und zogen durch Waltershausen. Im Anschluss gab es dann die “Stützpunktgründung”.

Kommt am 28.11. nach Gotha um Nazis, Rassisten und Wutbürger in die Schranken zu weisen!
Flüchtlinge schützen – Nazis angreifen!

Aufruf

REFUGEES WELCOME! RASCISTS AND NAZIS NOT! PART 2

Am 28.11. wollen die Nazis um das “Bündnis Zukunft Landkreis Gotha” (BZLG) das zweite mal versuchen auf den Zug der Proteste von “besorgten Bürgern” aufzuspringen. In diesem Kontext wird immer behauptet, dass die sogenannten “extrem Rechten”1, sich diese Proteste zu Nutze machen, vielmehr noch, sie steuern und infiltrieren. Dass die Neonazis einen, nicht unwesentlichen Teil zur Gewalltaffinität und zur Stimmung dieser Proteste beitragen finden wir richtig, jedoch widersprechen wir dieser Theorie im weitesten Sinne.

Die “besorgten Bürger” benutzen und argumentieren auf jeder ihrer Demos mit dem Volksbegriff. Sei es in Parolen wie “Wir sind das Volk”, oder mit Sätzen wie “Das Volk wird nur verarscht” . Wir möchten festhalten, dass der Volksbegriff nichts anderes meint als die Verbundenheit eines nationalen Zwangskollektives unter dem Staat. Der Begriff bedient in sich, die Ablehnung der Gemeinschaft gegen das was nicht dazu gehört. Wer mit dem Volk argumentiert steht bei den Nazis gar nicht so falsch. Auch wenn die verschiedenen Gruppen bei PEGIDA, Naziaufmärschen und co. prinzipiell nicht als homogene Masse zu betrachten sind ist der Volksbegriff, was die Ideologen von AfD über Sarrazin Anhänger, von “besorgten Bürgern” bis Kameradschaftsnazis eint.

Was sie ebenfalls eint, ist die vermeintliche Rettung der Werte des deutschen Volkes vor der “Fremdkultur”. Diese wird bei den meisten im Islam gesehen. Unterschiedslos wird der Islam als Glaubensmarotte, wie hierzulande das Christentum, mit dem politschen Islam in einen Topf geworfen. Dem Mob ist egal, dass ein Teil der Menschen, welche nach ihrer Flucht hier ankommen, vor eben jenem geflohen sind. Vielmehr ist die Ideologie des politischen Islam der der Nazis gar nicht so fremd.

Während die Islamisten die Welt von den „Ungläubigen“ säubern wollen, haben es die Nazis auf „Volksschädlinge“ abgesehen, das sind wahlweise Ausländer, Obdachlose, Homosexuelle, Juden und andere Gruppen.2
Eben diese Gleichmachung (Islam = politischer Islam) ist einer der vielen Beweise für die Resistenz gegenüber Aufklärung der Rassisten, schlicht, Fluchtursachen oder Menschenrechte sind ihnen egal. Es geht beim Rassismus immer darum, das bürgerliche Subjekt vor der Einsicht der Überflüssigkeit im kapitalistischen Verwertungsprozess zu retten. Die Abspaltung zu dem was nicht in ihre Zigarettenschachtelwelt passt ist die Vertuschung davor, dass der Mensch im Kapitalismus eben nicht des Selbstzweckes existiert, sondern ein austauschbares Mittel einer Produktionsordnung ist.

Die Braunen von Gotha
Während sich in Ohrdruf Neonazis und Rassisten auf Grund der Unterbringung von Geflüchteten erst virtuell zusammenrotteten, dann im Laufe der letzten Monate mit mäßigem Erfolg mehrere Kundgebungen und Demonstrationen durchführten, ist der vorläufige Höhepunkt die Gründung einer Bürgerwehr. Bisher sind uns allerdings noch keine Aktivitäten dieser Bürgerwehr bekannt geworden. In Ohrdruf selbst bemüht sich die lokale rechte Szene, die Hegemonie der frühen 2000er-Jahre zurückzuerlangen. Rechte Graffitis im gesamten Stadtgebiet, Einschüchterungsversuche gegen die (wenigen) Engagierten vor Ort, und die „Überwachung“ der Geflüchteten, die sich aus den Unterkünften heraus trauen. Dazu die übliche virtuelle Hetze in mehreren Facebook-Gruppen.

Im „Gelben Haus“ von Ballstädt haben Teile der „Hausgemeinschaft Jonastal“ ihr temporäres Exil gefunden. Nachdem die Nazis ihre Immobilie in Crawinkel aufgeben mussten, bezogen einige von ihnen die Ersatzimmobilie in Ballstädt. Mit Thomas Wagner (Bandleader von SKD) verfügen die Ballstädter Neonazis über hervorragende Verbindungen in die bundes- und europaweite militante Neonazi-Szene. Sowohl über die alten B&H-Kontakte, als auch über kriminelle Netzwerke, wie die Vorgänge rund um das Österreichische „Objekt 21“ zeigen. Dabei handelte es sich um eine Mischung aus Kameradschaft und Mafia (Prostitution, Menschenhandel, Waffen, …). Nach einigen Anlaufschwierigkeiten zerschlug die österreichische Polizei dieses Netzwerk. Mit auf der Anklagebank saßen Steffen Mäder („Gelbes Haus“ Ballstädt) und Andreas Potyra, der sich in den 2000er-Jahren in der ohrdrufer Nazi-Szene bewegte. Während Mäder in Österreich seine 3-jährige Haftstrafe absitzt, sind die Ballstädter Kameraden nicht untätig geblieben. Im Februar 2014 gab es einen gut organisierten Überfall auf eine Kirmesfeier in Ballstädt, mehrere teilweise schwer verletzte Jugendliche und ein zertrümmerter Bürgersaal, waren das unmittelbare Resultat dieser Kommando-Aktion. Der Angstraum der dadurch erzeugt wurde, hat seither jeden effektiven Widerstand der Ballstädter erstickt.
Momentan wartet die „Ballstädter Szene“ augenscheinlich auf ihr Verfahren. Einzelne Bewohner des „Gelben Hauses“ fahren weiterhin auf rechte Demos, bzw. sind damit beschäftigt Konzerte und Veranstaltungen zu organisieren. Die NBZ-Ballstädt dient als Rückzugsraum der Szene, hier können sich Neonazis ohne Störungen durch Polizei, Zivilgesellschaft oder Antifa treffen und vernetzen.

Die Kameradschaft “Bündnis Zukunft Landkreis Gotha”, hauptsächlich in Gotha und Ohrdruf aktiv, ist die aktuell öffentlichkeitswirksamste Neonazi-Struktur in der Region. Der Zusammenschluss rund um Marco Zint und Anne-Kathrin Schmidt, bedient die klassischen NS-affinen Vorlieben von Rechtsaußen. Am 8. Mai treiben sie sich auf Friedhöfen herum, am Todestag von Rudolf Hess werden beschmierte Bettlaken im Stadtgebiet aufgehangen und jährlich zum Volkstrauertag trommelt man thüringenweit die NS-Fans zusammen, pilgert ins nahegelegene Friedrichoda, und versucht sich in irgendwelchen okult-anmutenden Gespensterbeschwörungen.
Trotz der gewissen Komik, die diese Leute mit ihren einheitlichen Pullis versprühen, darf die Gefahr, die von ihnen ausgeht nicht unterschätzt werden. Kameradschaftsführer Marco “Die Krücke” Zint, ist selbst wohl kaum noch eine Gefahr für seine Umgebung. Durch einen Autounfall ist Marco selbst zum “Volksschädling” geworden, das alte Straßenkämpfer-Image ist dahin. Dauerhaft arbeitsunfähig und nicht mehr in der Lage einen Zweikampf zu bestreiten (oder auch nur schnell genug davon zu humpeln), ist der letzte Lichtblick in seinem Leben, dass er es noch schafft gewisse Teile der lokalen Nazi-Szene um sich zu scharen.

Ein weiterer Akteur der Gothaer Szene ist die umtriebige Anne-Kathrin Schmidt, äußerst reisefreudig, und durchaus gewaltaffin. Sie ist auf zahlreichen regionalen und überregionalen Aufmärschen der rechten Szene anzutreffen, übernimmt Ordnerfunktion oder meldet Aufmärsche mit an. Sie bewegt sich zwischen NPD, JN und Kameradschaftsszene. Falls ihr das Pech habt Anne-Kathrin über den Weg zu laufen, werdet ihr selbst feststellen können, dass eine ihrer Passionen das Aufstacheln und Antreiben “ihrer” Nazimeute ist. Alleine, oder in kleineren Gruppen, erscheint sie eher wie das verängstigte Mauerblümchen.
Der allgemeine Anstieg rechter Gewalttaten geht auch an Gotha und dem Landkreis nicht vorbei. Rassistische Übergriffe, Drohungen und Angriffe auf alternative Jugendliche und Antifas nehmen zu. Ob der Anschlag von Friemar (Brandstiftung einer bewohnten Unterkunft) aus dem organisierten Neonazi-Spektrum kam, oder ob hier ein bürgerlicher “Extremist” der Mitte, beinahe zum Mehrfachmörder wurde, wissen wir noch nicht.

Die antideutsche Politik vorantreiben!
Im Aufruf zum Naziaufmarsch am 28. November, treiben die Rassisten ihre Farce auf eine neue Ebene. Tatsächlich werden die Geflüchteten nicht als Hauptfeind, sondern vielmehr als „Symptom“ gesehen. Der Text des Aufrufes, welcher definitiv nicht aus der Feder eines Mitgliedes des BZLG kommt, versucht nun in AfD-Manier die deutsche Regierung zu diffamieren. Scheinbar beflügelt durch den Anstieg der Besucherzahlen der AfD-Aufmärsche im nah gelegenen Erfurt, wird sich nun bewusst, und noch populistischer, an die vermeintliche „bürgerliche“ Mitte gewandt. Wird der Blick jedoch hinter die Fassade geworfen, bzw. einfach mal geschaut, wer hier die Veranstalter der Demonstration sind, dann wird eines schnell klar: es handelt sich um waschechte Neonazis, rund um das „Bündnis Zukunft Landkreis Gotha“, den Schlägern vom „dritten Weg“ und den verblödeten Spinnern von „der Rechten“. Des Weiteren gibt es für uns keine Differenzierung zwischen Nazis, rechten Populisten oder Wut- und besorgten Bürgern. Wer sich dem geistigen Müll solcher Menschen anschließt, der ist selbst keinen Deut besser und darf auch nicht besser behandelt werden, nur weil er nicht im Pelz eines schlagenden Neonazis daherkommt.

Am 28. November wird es, wie bereits im April, mehrere Kundgebungen gegen den rassistischen Müll geben. Die Nazis mobilisieren wieder zum „Coburger Platz“ und es ist zu erwarten, dass die Route ähnlich sein wird wie im Frühjahr. Auch wird es wieder mit dem Zug anreisende Rassisten geben, welche auch irgendwie zum Auftaktort kommen müssen und welchen der Weg durch die Stadt durchaus versüßt werden kann. Die genauen Treffpunkte und Orte der Gegenkundgebungen werden wir hier auf unserer Homepage noch veröffentlichen.
Selbstverständlich bleiben auch in diesem Jahr die Drohungen gegen Antifaschist_innen im Vorfeld nicht aus. So wurde, wieder einmal, angekündigt dass am 28. November „Zecken“ angegriffen werden. Solche Drohungen sind uns nicht neu, jedoch ebenso lächerlich.

Einschüchterungsversuche sind bei uns zum Einen zwecklos und zum Anderen passen sie so gar nicht in das Image welches sich die Organisatoren wünschen und was sie abgeben wollen: friedliche Bürger. Auch wenn wir nicht unbedingt auf die Hooligan- Mentalität der Nazis stehen, fordern wir zu kreativen und allumfassenden Widerstand gegen die Rassisten auf. Und um das noch einmal zu betonen: eine Unterscheidung zwischen militanten Nazi und „besorgten Bürger“ macht keinen Sinn und sollte auch nicht vermittelt werden.

Den rassistischen Mob aus der Stadt jagen!

1 Wir lehnen die Extremismusdoktrin auch bei Neonazis ab. Sie besagt, dass es rechts und links der angeblichen “guten” Mitte der Meinungsbildung nichts geben darf. Wir kämpfen für eine aufgeklärte Gesellschaft. Dazu gehört es, sich den bornierten Anforderungen der bürgerlichen Öffentlichkeit entgegenzustellen. Die Extremismusdoktrin taugt vielleicht als Kampfideologie der bürgerlichen Rechten gegen Verfechter einer solidarischen und freien Gesellschaft. Sie hält aber keiner kritischen Auseinandersetzung stand und dient der Relativierung faschistischer Gewalt, die mit linker Praxis gleichgestellt wird, sowie der Dämonisierung kommunistischer Bestrebungen, also Gruppen und Personen, die diese Welt grundlegend verändern wollen.
2 aus einem Redebeitrag der “Antifaschistischen Gruppen Süd-Thüringen”

Auf ein Neues!

Leider hat unser Protest am 18.4. diesen Jahres nicht gereicht um die Nazis des „Bündnis Zukunft Landkreis Gotha“ entgültig in die Wüste zu schicken und ihnen zu zeigen das Gotha für sie keinen Raum bietet. Am 28.11. rufen sie zur nächsten Demo unter dem Motto: „Gegen die Antideutsche Politik aus Berlin“ auf. Dieser werden wir uns wieder geschlossen entgegenstellen. Bereits für den 15.11. rufen sie zum sogenannten „Heldengedenken“ in Friedrichroda (Landkreis Gotha) auf. Dagegen richtet sich seit Jahren die „Volkstrauertag abschaffen“ Kampagne. Hier der Link zur Kampagnenseite. Demnächst folgen hier alle Informationen, ein Aufruf, Material und weitere Texte für die Gegenmobilisierung.

Bis dahin. Antifa bleibt Handarbeit!

Auswertung des Naziaufmarsches in Gotha

Vorab möchten wir Danke sagen. Gemeinsam und durch euren Enthusiasmus haben wir es geschafft den Naziaufmarsch zu verkürzen und schließlich zu stoppen.

Anreise
Bereits bei der Anreise wurde einigen Nazis aus Erfurt der Weg in den Zug verwehrt. Währenddessen begann die antifaschistische Kundgebung am Bahnhof. Kurz darauf gab es einige Zusammenstöße zwischen anreisenden Nazis und vereinzelten Antifagruppen. Die Cops begannen anreisende Menschen, am Bahnhof und auf dem Weg in die Stadt, mit Vorkontrollen zu schikanieren. Hamburger-Gitter wurden am Coburger-Platz und dem Hauptmarkt aufgestellt. Der Wasserwerfer am Coburger Platz durfte natürlich auch nicht fehlen. Für die Nazis ging es meist nur noch mit Polizeibegleitung zu ihrem Startpunkt.

Auftakt der Nazis
Die Nazis haben sich wie geplant 14:00 Uhr am Coburger-Platz eingefunden. Kurz darauf versuchten einige von ihnen, Menschen welche es an die Nazikundgebung herangeschafft haben, anzugreifen, was scheiterte. Rund um den Coburger-Platz wurde einigen Nazis, von entschlossenen AntifaschistInnen der Weg zur Demo verwehrt. Ein paar BürgerInnen in den umliegenden Häusern haben Transparente gegen die Nazis von ihren Balkonen gehangen. Die Reden der Nazis wurden mit Trillerpfeifen und Sprechchören übertönt. Gegen 15:20 Uhr liefen die (gezählten) ca. 240 Nazis los.

Route
Schon kurz nachdem die Nazis losgelaufen sind, war klar, dass sie ihre Route nicht wie angemeldet laufen konnten, da einige AntifaschistInnen schon die Ecke Humboldstraße/18.-März-Straße und die Jüdenstraße blockiert hatten. Kurzerhand wurden die Nazis über die Kantstraße in Richtung Stadtbad geleitet. Eine Blockade dazwischen scheitere wegen der Cops, welche schon vorher versuchten den Weg für die Nazis frei zu prügeln. Als klar wurde, dass die Nazis ihre Zwischenkundgebung am Stadtbad auf einem anderen Weg erreichten, entstanden mehrere Blockaden, um den Weg zur Innenstadt dicht zu machen. Auf dem Weg zu den Blockaden wurden einige AntifaschistInnen festgehalten, einem Anwalt der Weg zu den Gefangenen verwehrt und eine Person schwerer verletzt. Einige Zeit verging, weil die Cops wohl ratlos waren, wo sie die Nazis lang schicken sollten. Irgendwann setzte sich die Nazidemo in Bewegung und stoppte. Grund dafür waren zwei Blockaden auf beiden Seiten der vierspurigen Gartenstraße. In den meisten Fällen wäre die Nazidemo spätestens in diesem Moment abgebrochen wurden, weil alle Zugänge zur Innenstadt blockiert waren, jedoch nicht in Gotha. Die Cops fingen an beide Blockaden in der Gartenstraße zu räumen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Etwa 50 Meter weiter, in der Lutherstraße kamen die Nazis dann endgültig zum stehen. Der Neumarkt, sowie die Seitenstraßen der Lutherstraße waren dicht. Die Blockade am Neumarkt war so laut, dass sogar das Neanderthalergeschrei der Naziredner übertönt wurde. Mit dem Versuch zu sprechen, hat der Anmelder Marco Zint die Demonstration dann, unter Zwang der Polizei, aufgelöst. Die sichere Abreise der Nazis konnte nicht garantiert werden, weshalb sie von den Cops in Straßenbahnen gepfercht und zu ihren Autos/dem Bahnhof abtransportiert wurden. Eine Straßenkreuzung weiter hat der Lautsprecherwagen der Nazis noch ein paar Dellen abbekommen.

Fazit
Natürlich ist es besser wenn die Nazis keinen Meter laufen können. Dieses Ziel konnte aus mehreren Gründen nicht erreicht werden:
1. Die Cops haben zu schnell andere Routen für die Nazis möglich gemacht.
2. Die Blockaden wurden von den Cops auf Biegen und Brechen von der Straße geprügelt.
3. Das Verhalten und die Aggressivität der Polizei (ganz besonders der Erfurter BFE) war eine Katastrophe.

Trotzdem werten wir diesen Tag als Erfolg, weil uns die Cops nicht einschüchtern konnten. Egal welche Blockade sie weggeräumt haben, wie viele Menschen sie verprügelt haben, die nächste Blockade stand schon. Es wurde mehreren Nazis der Weg zur Demonstration unmöglich gemacht oder behindert. Die Redebeiträge der Nazis sind dank der Lautstärke untergegangen. Und am Ende haben wir sie doch gestoppt und aus der Stadt getrieben. Das alles verdanken wir eurer Flexibilität und eurem Engagement. Ihr wart spitze!

Recherche-Bilder könnt ihr hier und hier sehen.

Inhalte
Leider war es uns nicht möglich am Tag des Naziaufmarsches selbst, eigene Inhalte zu vermitteln. Fakt ist, wir haben am 18.4. nicht das bunte Deutschland verteidigt, sondern einen Naziaufmarsch blockiert. Wir wollen deshalb ein paar Zeilen aus dem Positionspapier des Fuck-Sügida-Bündnisses festhalten, in dem wir mitgewirkt haben.
1. Wir wollen kein buntes Deutschland, sondern gar keins. Wir wollen den Umsturz aller Verhältnisse, in denen der Mensch ein geknechtetes, verlassenes und verächtliches Wesen ist. Das bedeutet nach Auschwitz und im Stande der Unfreiheit, alles dafür zu tun, dass sich Auschwitz und auch nichts ähnliches je wiederhole.
2. Ein Dialog mit Nazis ist kein Beitrag zu einer solidarischen Gesellschaft, sondern dient im Gegenteil dem Entgegenkommen nazistischer Ideologie. Wer Dialog will, sollte ihn mit den Geflüchteten und nicht mit ihren Verfolgern suchen, weil:
3. Rassisten sind in aller Regel aufklärungsresistent. Ihr Hass entspringt keinem Mangel an Information über die Fluchtsituationen oder fehlender Menschenrechtsbildung, sondern repräsentiert ein spezifisches und notwendiges gesellschaftliches Verhältnis; notwendig weil es aus der politökonomischen Konstitution bürgerlicher Subjektivität entspringt.
4. Die Gewaltfrage ist bei Anti-Nazi-Protesten immer wieder Anlass für bürgerliche Nazigegner, um sich von Menschen zu entsolidarisieren, die mit Barrikaden und Flaschen gegen Naziaufmärsche vorgehen. Wir stellen klar, dass die schlimmste Gewalt in dieser Gesellschaft von der Ordnung ausgeht, die Menschen zurichtet, ausbeutet, ausgrenzt, erniedrigt, ersaufen lässt, an islamistische Mörderbanden preisgibt, verhungern lässt und dumm macht. Wer von dieser Gewalt nicht redet, weil sie eben Teil seiner bunten und toleranten Welt ist, der soll zu brennenden Barrikaden, angesteckten Naziautos und fliegenden Flaschen gefälligst schweigen!

Das komplette Positionspapier findet ihr hier: klick

Folgendes
Für nächsten Montag, dem 27.4. ruft das RassistInnenbündnis-THÜGIDA dazu auf in den Landkreis Gotha zu kommen. Sie Mobilisieren nach Ohrdruf. Achtet auf Ankündigungen!

Ab dem 30.4. sind mehrere Aktionstage. Am 30.4. gibt es eine Vorabenddemo gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Saalfeld. Am 1. Mai wird es einen Naziaufmarsch in Saalfeld (Saale) und einen in Erfurt geben. Am 2. Mai ist ein Aufmarsch rechter Hooligans in Erfurt. Mehr auf: 1maislf.blogsport.de und gehtanders.blogsport.de

Danke, dass ihr da wart!
Antifa in die Offensive!
Gegen Deutschland und seine Nazis!

Hier noch ein paar Impressionen: